22. Februar 2019 | 00:16
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Papierkram Als Selbständiger Gestalter Bewältigen

Wer sich entschließt, sein Hobby zum Beruf zu machen und professionell zu fotografieren und zu gestalten, der muss die neue Firma bei der Gemeinde anmelden. Man macht einige Angaben und bezahlt eine Gebühr von ca. 20,00€. Damit ist es dann offiziell und man ist selbstständig.

Wenn man jedoch glaubt damit wäre alles erledigt, ist man auf dem falschen Dampfer. Nach einigen Wochen kommt ein Fragebogen des zuständigen Finanzamtes. Zuständig für die Firma ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Firmensitz liegt.

Diesen Fragebogen kann man von einem Steuerberater ausfüllen lassen, das kostet Geld. Man kann ihn auch selber ausfüllen, so schwer ist das nicht. Aber man muss sich vorher einige Gedanken um den Aufbau der neuen Firma machen.

Folgendes muss man sich vorher überlegen:

Liegt mein voraussichtlicher Jahresgewinn unter 17.500,00€?

Wenn ja, dann gilt man als Kleinunternehmer, muss nur ganz minimale Auflagen zur Buchführung erfüllen und ist nicht umsatzsteuerpflichtig, d.h. man darf keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und darf keine Vorsteuer aus Rechnungen anderer Unternehmer abziehen. Aber kann auf die Umsatzsteuerfreiheit verzichten und zur Umsatzsteuerpflicht optieren. Dann muss man auch regelmäßig (monatlich, quartalsweise oder jährlich) eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.

Liegt mein voraussichtlicher Jahresgewinn über 17.500,00€?

Falls dem so ist, ist man zu einer ordnungsgemäßen Buchhaltung verpflichtet. Das bedeutet, dass jeder sachkundige Mensch in der Lage sein sollte, die vorgenommenen Buchungen nach kurzer Einarbeitungszeit zu verstehen. Außerdem muss man sich für eine Gewinnermittlungsart entscheiden. Entweder entscheidet man sich für eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach §4 EstG oder für die Erstellung einer Bilanz.

Bilanz oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung?

Zur Bilanz verpflichtet sind lediglich eingetragene Kaufleute sowie die Gesellschaften OHG, KG, GmbH und UG. Alle anderen können sich für eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung entscheiden. Lediglich ab einem Jahresumsatz von über 500.000,00€ oder einem Jahresgewinn von über 50.000,00€ sind diese Firmen zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet. Sie müssen beim Überschreiten dieser Grenzen dann womöglich in der Zukunft die Gewinnermittlungsart wechseln. Freiberufler können immer die Einnahmen-Überschuss-Rechnung wählen.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist die einfachere Alternative. Hier werden lediglich die Einnahmen und die Ausgaben des Wirtschaftsjahres gegenübergestellt und aus der Differenz ergibt sich der Gewinn oder womöglich der Verlust. Eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung kann man auch selber aufstellen. Dafür gibt es sogar extra Software wie in dieser Auflistung.

Die Bilanz – der Betriebsvermögensvergleich- ist schwieriger aufzustellen, und man sollte die Hilfe einer fachkundigen Person in Anspruch nehmen. Die Bilanz gibt Auskunft über die Herkunft des Vermögens (Eigenkapital, Schulden etc.) und darüber, wie das Vermögen verwendet wurde.

Muss das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr entsprechen?

Nein. Wer seine Firma am 01.04. gründet, kann als sogenanntes abweichendes Wirtschaftsjahr den Zeitraum 01.04. bis 31.03. des Folgejahres festlegen. In der Regel stellt man jedoch auf das Kalenderjahr ab. Das bedeutet man hat ein verkürztes Wirtschaftsjahr vom 01.04. bis zu 31.12. desselben Jahres (Rumpfwirtschaftsjahr) und in den Folgejahren entspricht das Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr

Wenn man diese Fragen für sich entschieden hat, kann man seine Buchhaltung aufbauen. Dazu gehört, sämtliche Belege zu verwahren und nach Einnahmen und Ausgaben zu sortieren. Für eine ganz kleine Firma reicht unter Umständen eine Excel-Tabelle, um die Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen.

Werden die Belege umfangreicher oder möchte man eine bessere Zuordnung und Übersicht, so kann man sich auch für die Anschaffung eines Buchhaltungsprogramms entscheiden.

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